vision

„It´s not what you look at that matters, it´s what you see.“
(Henry David Thoreau)

Diese Worte haben sich in letzter Zeit als eine Art Leitsatz in mein Bewusstsein eingebrannt. So wissen einige von euch vielleicht, dass ich mich in meinem jungen Leben schon viel in der Welt herumgetrieben habe, immer wieder unterwegs war und in dieser durchaus privilegierten Position schon sehr viel sehen und erleben durfte.

Das Abreisen und Ankommen, das Aufbrechen und neu Anfangen, der Abschied und das Wiedersehen sind somit zu wichtigen Teilen meines Lebens geworden. Ich sage euch, es ist ein Fluch und ein Segen, eine Gratwanderung zwischen Reisefieber und Sehnsucht, mit der ständig präsenten Gefahr des unbändigen Fernwehs, gegen das es keine bessere Prophylaxe gibt als die Worte Thoreaus.

Schließlich kommt es nicht darauf an zu den entlegensten Orten zu reisen. Es ist nicht wichtig was ich betrachte, sondern was ich darin sehe, genau wie es nicht so entscheidend ist, was ich erlebe, sondern vielmehr wie ich empfinde was ich erlebe.

Nach zwei fleißigen Studienjahren in Deutschland kann mich aber selbst Thoreau nicht mehr halten. Die weite Welt ruft nach mir und den Abschluss meines Bachelors der Medien- und Kulturwissenschaften in der Tasche, hisse ich endlich wieder mal die Segel:

Im Rahmen von kulturweit, dem Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes und der UNESCO-Kommission, begebe ich mich mit einer konkreten Aufgabe, einem geregelten Alltag ins Ausland. Für sechs Monate werde ich dazu die Kollegen im Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) in Ghanas Hauptstadt Accra unterstützen.

Dem Zeitgeist entsprechend habe ich deshalb diesen Blog eingerichtet. Dadurch will ich euch an ein paar Erlebnissen und Gedanken und fotografisch ein bisschen an meinem Blick teilhaben lassen. Schließlich ist die Fotografie im Laufe der Jahre immer mehr zu einer großen Leidenschaft geworden. Durch sie habe ich eine interessante Form der Wahrnehmung, eine Art der Verarbeitung, eine geeignete Ausdrucksweise und in diesem Sinne eine Form der Kommunikation und Sprache für mich gefunden.

Doch: What I see is not what you see!!

So will ich darauf hinweisen, dass der Prozess des Sehens für mich vor dem Akt des Abbildens und die Kunst, die Ästhetik, die Message vor der Dokumentation steht. Dabei ist zu bemerken, dass meine Wahrnehmung trotz aller Bemühungen auch gegen meinen Willen immer schon durch vorgefertigte Images, durch persönliche Vorstellungen und Erfahrungen gefiltert sein wird, dass meine Erzählungen und Bilder zwar Zeugnisse der Realität, aber nur subjektiv gewählte, kleine Ausschnitte dieser Realität sein können, dass sich meine eigene Haltung natürlich in meinen Bildern, aber auch in den nicht gemachten Bildern ausdrückt und dass das Schreiben und Fotografieren nur ein Teil meines Verarbeitungs- und Reflexionsprozesses ist, und das Geschriebene deshalb nie endgültig sein kann…

Entschuldigt diese schweren Worte zu Beginn, doch die Betonung meiner Perspektive ist mir wichtig, denn ich trage dies nicht nur ins weltweite Netz um gelesen, sondern um gehört und hoffentlich auch ein bisschen verstanden zu werden.

So please keep in mind and enjoy my impressions of Ghana!!

Advertisements